Letzte Indo-Tage

Dienstag, 12.01.2016

(geschrieben 13.12.15 bis 12.01.16)

So, nach einer langen Zeit des Nichtschreibens nun nochmal ein kleiner Indonachtrag, der bis zur Fertigstellung einen Monat gebraucht hat; die Ereignisse sind ja schon fast 2 Monate her :)

Nach unserem spontanen Rückflug nach Bali kümmerten wir uns am nächsten Tag um unsere verschollenen Bretter. Wegen des Vulkanausbruchs auf Lombok startete die Maschine, mit der unsere Boards am nächsten Tag kommen sollten natürlich nicht. Wir rechneten mit Tagen Verzögerung, glücklicherweise kam das Boardbag aber tatsächlich schon mit dem nächsten Flieger und ich hatte noch ein paar Telefonate mit nem netten Indo vom Flughafen, bis wir es dann abholen konnten. Das Geld für den nicht gestarteten (ohne Vorwarnung oder Info) Flugs zurückzubekommen, war dagegen nicht so einfach. Ich habe so 20 Mails mit der Fluggesellschaft und auch mit dem Anbieter geschrieben und bis heute haben wir kein Geld zurückbekommen. Irgendwann lässt man es dann gut sein... Das Geld, was man in Indonesien einmal ausgibt, kriegt man nicht so einfach zurück ;)

Wir hatten nun nur noch etwas mehr als 10 Tage in Indonesien übrig. Zuerst machten wir uns nochmal auf zum Bukit, genauer nach Uluwatu. Es ist wirklich immer crowded dort, aber die Wellen sind einfach geil und so konstant, dass man mit Sicherheit irgendwann ein paar richtig gute erwischt, wenn man ein bisschen Geduld mitbringt, sich rantastet und sich irgendwann auch mal ein bisschen mehr durchsetzt, als man es an einem entspannten Spot machen würde. Dort ist auch immer ein Fotograf, der von einer der Sessions auch ganz coole Bilder gemacht hat. Natürlich hatte ich auf unserer Rückreise richtung Norden vergessen, die Bilder abzuholen, also fuhren wir extra dafür nochmal einen ziemlich langen Weg zurück :D Aber wann macht schon einmal jemand von so einer Perspektive mit soner fetten Linse Fotos; also wars die Erinnerung wert!

 

Wir hatten auf dem Bukit einige Sessions: Uluwatu meistens für mich, Dreamland und Bingin für Luzi. Bingin hat neben der berühmten Maschinen-Welle nämlich auch noch eine etwas entspanntere Welle daneben. Das wussten wir nicht, als wir dorthin fuhren. Luzi hatte sowieso nicht vor die eigentliche Bingin-Welle zu surfen, ich hatte auch selbst Bedenken, weil ich gehört habe, dass es scharf, flach und voll mit ungeduldigen Locals sein sollte, also nahmen wir erstmal nur mein Board mit. Angekommen dort zeigte sich dann ein echt richtig schöner Strand mit kleinen Strandcafés, eine zu kleine Bingin-Welle und ein cool laufender entspannter Spot direkt vor den Cafés. Also trat ich mein Board an Luzi ab, die ein Stündchen rauspaddelte. Ich chillte im Café, hatte leckeres Frühstück und Café und guckte Luzi zu, wie sie sich im Wasser eher mit einer Australierin unterhielt, als ernsthaft mal ein paar Wellen anzupaddeln :D Es war allerdings auch ziemlich voll dort mit Surfern und anscheinend auch ein paar unfreundliche Jungs dabei; da machte Luzi der gemütliche Kaffeeklatsch im warmen Wasser mit der neuen Freundin doch mehr Spaß ;)

Im Anschluss an den kleinen Bukit-Ausflug fuhren wir dann an die Ostküste, um von dort einen kleinen Ausflug nach „Nusa Lembongan“ zu machen, eine kleine Insel östlich von Bali, von dem kleinen Fischer-Ort „Sanur“ gut mit einem Shuttle-Boot zu erreichen. Eine Nacht verbrachten wir noch in Sanur; fuhren morgens früh für eine Session nach Serangan, wo ich ja schon vorher ein paar Sessions hatte. Wieder gabs gute Wellen, teilsweise ziemlich groß! Dann holten wir die Fotos vom Bukit ab (lange, dreckige Rollerfahrt :D ) und holten uns noch schnell ein paar Reste vom Frühstück unseres Hostels ab, worüber die Betreiber zu der Uhrzeit gar nicht so froh waren. Unser Timing war mal wieder so knapp, dass es eigentlich seitdem ich in Serangan aus dem Wasser gekommen war in Stress ausartete, aber so ist das ja meistens, wenn man sich viel für einen Tag vornimmt!

Danach fuhren wir rüber auf die Insel und sobald wir nach einer 30-minütigen, schaukeligen Bootsfahrt angekommen waren, merkte ich auch schon, dass ich die Kamera nicht dabei hatte. Sofort ging der Stress wieder los, weil es in Indo schon unentspannt ist, wenn man nicht weiß, wo seine 1000-Euro Kamera ist, selbst wenn sie wahrscheinlich noch im Hostel ist (wer weiß, was die damit machen...). Sämtliche Telefonnummern vom Hostel funktionierten nicht, also fuhr ich nach einigen Verhandlungen mit den Bootsbetreibern zum Localpreis wieder zurück (als neuer Kumpel vom Steuermann), holte die Kamera ab (zum Glück war sie noch da!) und stieg direkt wieder ins nächste Boot zur Insel. Was man nicht im Kopf hat, hat man im Portemonnaie! Krass war wieder der Touripreis im Vergleich zu dem, was ich für meine zweite Tour bezahlte...

Luzi war in der Zwischenzeit auf Hosteljagd gegangen und hatte ein echt geschilltes Häuschen gefunden, mit netten Betreibern und nah an den Spots. Um die Ecke war wieder ein einwandfreies Restaurant mit Preisen nach unserem Geschmack (da gibt’s dann nach dem eigentlichen Essen noch den ein oder anderen Pancake oben drauf..). Wir hatten 2-3 Tage Zeit und jeder Tag war echt cool dort. Über eine kleine holprige Brücke kam man zum Beispiel auf die kleine Nebeninsel „Ceningan“, an dessen süd-westlichen Zipfel ein Cafe auf einer Klippe war, von der man runterspringen konnte und dann direkt in ziemlich geilen Wellen war, die dort als linker Point liefen. Selten waren noch andere Leute dort surfen, und ein paar Sessions erinnere ich als richtig gut, mit großen, langen Wellen.

 

An einem langen Strand auf Lembongan laufen 3 sehr gute Wellen nebeneinander, die allerdings auch ziemlich heavy sind. Alles Rechte, also mal wieder ein wenig an der backhand üben. Mit Namen wie „Laceration's“ (Schnittwunde) zeigten sie schonmal,was man vom Untergrund erwarten konnte. Ich surfte nach einer morgentlichen Ceningan-Session am Nachmittag „Shipwrecks“, eine barrelige Welle, mit steilem Takeoff. Wenn man beim letzten Turn nicht aufpasst, liegt man dort auch mal schnell auf dem Trockenen; war auf jeden Fall eine coole Welle, aber extrem langes rauspaddeln über (bei ablaufend Wasser) teilweise zu flaches Wasser.

Am letzten Morgen machten wir einen Schnorchel-Ausfug mit nem Boot um die ganze Insel. Wir sahen unter anderem einen riesigen Manta ray (ich konnte ein ganzes Stück über ihm mitschwimmen) und nahmen am „Mangrove Point“ das bunte Riff und die Fische unter die Lupe. War ein richtig cooler Trip und wie eine andere Welt unter Wasser.

Danach surften wir noch schnell einmal „Playground's“, ein cooler A-Frame, mit ein paar Wellen, die gar nicht mal soo Playground-mäßig waren und echt spaßig und schnell/steil waren!

Insgesamt ein Ausflug, den man echt weiterempfehlen kann!

 

Die letzten Tage verbrachten wir dann noch im altbekannten Canggu, wo wir es uns ein weiteres Mal gutgehen ließen. Die Ankunft verlief zwar etwas stressig, da wir unsere alte Unterkunft bei Fred dem Franzosen nicht beziehen konnten, da ausgebucht. Also fuhren wir zu lange extrem bepackt mit Rucksäcken und Surfbrettern auf unserem Bike in Canggu herum, bis wir beim hundertsten Mal Anhalten und Umdrehen auf einem abschüssigen Stück dann das Gleichgewicht verloren und einfach auf dem Roller umkippten. Die Bretter fingen das meiste ab, den Rest fing Luzi mit ihrer abstützenden Hand ab. Dann kam bei mir wieder der Mediziner durch und ich hatte ein paar Blutstropfen und Tränen zu stillen und nutzte Luzis Adrenalin-Kick-Phase, um mal richtig schön die Schürfwunden auszuspülen und zu reinigen. Neben dem Schock dann im Nachhinein alles halb so wild, aber es war ein Zeichen für uns, uns endlich für eine Unterkunft zu entscheiden. Ansonsten verliefen die Tage so entspannt, wie auch die letzten Male in Canggu.

Am letzten Tag sammelte ich dann alle meine Sachen und Windsurf-Teile, die ich in verschiedenen Hostels gelagert hatte zusammen und wir nutzten dafür statt Taxis „Uber“, die App, die erstaunlicherweise auch auf Bali funktioniert. So bezahlte ich dann für ne einstündige Autofahrt samt Bretter-Transport ca. 3 Euro.

Am Flughafen angekommen zeigte sich dann ein weiteres Problem: Beim Einchecken sagte man uns, dass wir ja für unser Tourist-Visa einen Weiterflug aus Neuseeland brauchen, der zeigt, dass wir das Land wieder verlassen werden. Wir hatten deshalb ja auch einen Flug nach Australien gebucht, um von dort dann noch einmal zurück nach NZ zu kommen. Allerdings hatten wir nicht auf dem Schirm, dass man in Australien vorher ein Visum beantragen muss. Also fehlte es uns. Leicht in Panik sagte man uns dann, dass wir es jetzt online beantragen können und es normalerweise direkt bearbeitet wird. Allerdings gabs dafür keine Garantie, also stand es wieder in den Sternen, ob wir wirklich an diesem Tag nach Neuseeland kommen würden. Es war sowieso der erste Tag, an dem unsere Fluglinie „Virgin Australia“ wieder normal nach Plan flog, da die Tage/ Wochen vorher keine Flüge gingen, weil ja auf Lombok der Vulkan ausgebrochen war. Also warteten wir am Schalter auf die Bestätigungsmail, nachdem wir ca. eine halbe Stunde lang auf dieser umständlichen Internetseite das Visum beantragt hatten. Zum Glück waren wir ein paar Stunden früher am Flughafen, als eigentlich nötig- im Endeffekt benötigten wir jede Minute. Nach 1,5 Stunden kam die Erleichterung mit unseren Visa. Jetzt ging das große Sportgepäck-Einchecken los. Wir hatten ja 2 Boardbags und einfach viel zu viel Zeug dabei. Nach langem Hin-und Herpacken konnte ich kostenlos (danke Virgin Australia !) 56 KG Sportgepäck einchecken. Wir hatten uns darum ja wochenlang schon den Kopf zerbrochen und am Ende war es dann alles ganz einfach!

Das war es also!!!

Eine krasse Erfahrung und viele Erlebnisse in einer neuen Kultur. Viele Trips bleiben in Erinnerung, surferische Highlights definitiv! Und trotzdem waren wir froh, nach Neuseeland zu fliegen. An einige Dinge kann man sich schlecht gewöhnen, die das Leben dort dann einfach ausmachen. Und wenn man so eine lange Zeit dort bleibt, ist es mehr als ein einfacher Urlaubstrip.

Insgesamt habe ich eine tolle Zeit gehabt mit 1000 Eindrücken und Lust, bald wiederzukommen. Vor allen die Mentawais habe ich ja leider noch nicht geschafft, die kommen auf jeden Fall bald noch ;)

 

Fliegen Indostyle, 08.11.15

Dienstag, 17.11.2015

Die teure Fahrt nach Bima teilten wir uns mit einem Südafrikaner, den ich schon im Wasser kennengelernt hatte. Sein Flug nach Bali sollte 2 Stunden vor unserem nach Lombok gehen, also hatten wir umso mehr Aufenthalt am Flughafen. Wir setzten uns also ins einzige Cafe, was es dort am Flughafen gab und tranken nen übersüßen Eiscafé, wie die Indos es mögen ;)

Immer mal wieder kam ein Porter zu uns und fragte uns wo wir hinwollen und wo wir herkommen und so. Dann kam er irgendwann nocheinmal zu uns und nahm neben mir Platz. Er nahm sich seine Zeit und sagte uns dann ganz beiläufig: „Your flight cancelled“. Ich hab es erst gar nicht verstanden und mich auch gefragt, was der Porter damit zu tun hat, aber in Indonesien kümmert sich jeder irgendwie um fremde Angelegenheiten, zu unserem Glück diesmal. Ich ging zum Terminal, um das zu checken. Dort wurde es mir bestätigt, in Lombok war ja ein paar Tage vorher der Vulkan (den wir ursprünglich ja auch zu der Zeit besteigen wollten) ausgebrochen und es war zu viel Asche und sowas in der Umgebung. Aber jetzt war auch niemand von unserer Airline „Garuda Indonesia“ im ganzen Flughafen. Es gab anscheinend ein „Office“, ein kleiner, zugestellter Raum, in dem eine Indonesierin saß, die fast kein Wort Englisch sprach, aber „Flight cancelled“ verstand und mir lächelnd zunickte. Sie war eher verlegen, dass sie mich nicht richtig verstand, als ich fragte, was wir jetzt machen sollen und lachte mich weiter an. Wenn man ein Problem hat macht einen sowas mega aggressiv hab ich festgestellt ;) Irgendwann fand ich jemanden von Wing's Air, der ein bisschen Englisch sprechen konnte und sagte ihm, dass wir um jeden Preis hier wegmüssen- egal wohin. Der Flieger (mit dem Südafrikaner) hatte noch nicht angehoben, also versuchte ich klar zu machen, dass wir den nehmen würden. Der Typ sagte: OK, hurry!!! Ich rannte zu Luzi zurück ins Café und rief ihr zu: „Ich machs kurz- wir fliegen nach Bali, jetzt!“ Luzi war erstaunlich schnell und hatte schon, als ich angelaufen kam instinktiv angefangen alle Sachen einzupacken und zu bezahlen. Gefühlte 10 Sekunden später stand sie fertig zum Losrennen. Ich guckte ihr erstaunt zu, wie schnell sie packte und fing dann selber an. 5 Minuten später sah man uns, getrieben vom Wing's Air- Mitarbeiter (der uns die ganze Zeit anfeuerte „GO!! HURRY!!“, am Security Check vorbeilaufen und ich sollte ein Ticket bezahlen. Ich hatte natürlich nicht soviel Bargeld und musste nochmal zum ATM. Mittlerweile saßen wohl alle Passagier im Flieger und mir wurde gesagt, dass wir nicht mehr mitfliegen können. Luzi schrie kurz alle zusammen und mir zu, ich solle Geld holen gehen, sie klärt das schon, also rannte ich trotzdem zum Automaten. Wieder vorbei am Security Check (wenns eilig ist und es schnell Bargeld geben kann ist das in Indonesien auch egal; ich hatte sogar meine Schere im Gepäck ;) ) rannte ich zum Ausgang. Eine Mitarbeiterin sagte: „2.4 Million!“ Ich gab ihr alles, was ich hatte in 50.000-Scheinen und wir bekamen unsere Tickets. Natürlich funktionierte der Drucker nicht, daher bekamen wir diese schönen handschriftlich angefertigten Flugtickets:

Sowas gibt’s nur in Indonesien. Wir quetschten uns mit unserem ganzen Gepäck in die erste Reihe des Flugzeugs. Für Gepäck aufgeben war ja keine Zeit, also wurde Luzis riesiger Reiserucksack zum 20 Kilo- Handgepäck, war auch allen egal. Aber wen soll das noch stören, wenn ja auch niemand was sagt, wenn zwei aufgeregte Touris am Körper-Scanner mit Sack und Pack vorbeilaufen in Richtung startendem Flugzeug. Also änderten wir innerhalb von ca. 8 Minuten unseren kompletten Plan und saßen nun nicht mehr entspannt im Café, sondern voller Adrenalin und Schweiß in dem Mini-Flieger nach Bali, obwohl wir abgemacht hatten, nie wieder damit zu fliegen. Wäre Ironie gewesen, wenn der Flieger abgestürzt wäre, dachte ich mir. Ging aber alles wieder gut ;)

2 Minuten, nachdem wir uns gesetzt hatten und irgendwie unsere Rucksäcke doch noch in die Ablage über uns passten, startete die Maschine, wir schafften es ungefähr gerade noch uns anzuschnallen.

Krasse Erfahrung, ich glaube in Deutschland wäre das anders gelaufen. Wir vergaßen schnell unsere Lombok-Pläne und waren froh, dass wir Bima verlassen konnten und nicht ne Nacht dort im Nirgendwo verbringen mussten. Die Surfboards durften allerdings nicht mit und wir wurden auf den nächsten Tag vertröstet. Ich glaubte zwar nicht dran, aber auch das sollte klappen!

Sumbawa- Lakey's; 01.11.- 08.11.

Sonntag, 15.11.2015

Nach dem morgentlichen Surfen und dem gewohnt guten Frühstück, zubereitet von „Joga“ (unserem Kumpel vom Ara's Inn), wurden wir dann von der Hostel-Mama zum Flughafen gefahren. Ziemlich korrekt von ihr und das Beste: einmal das nervige Rumgehandel mit nem Taxifahrer umgangen. Diesmal klappte mein „ich hab nur ein Surfbrett“-Trick beim Einchecken bei „Wings Air“ und so sparten wir nochmal 200.000 Kröten.. Ich hab nichtmal gelogen und hab auf ihre dreimal gestellte Frage, wieviele Boards da wirklich drin sind geantwortet: One blue surfboard. Ha, ausgefuchst. Zum Glück hat sie nicht reingeguckt. Luzi hatte mich dann nämlich dran erinnert, dass das weiße Surfbrett oben lag und man das zuerst sehen würde, wenn man das Boardbag aufmacht. Starten und Landen fühlte sich in der Maschine an wie mit nem Hobbyflieger, aber ging alles gut und wir machten ab, nicht mehr mit so einer kleinen Maschine zu fliegen. Zu weit gedacht, sollte sich noch rausstellen...
Angekommen in Sumbawa nahmen wir dann wieder den üblichen halbprivaten Transport (der dort von der Transportmafia gelenkt wird) für ne Menge Geld. Aber anders geht es nicht, Touris kommen dort auf jeden Fall nicht um den fixen Preis von 800.000 für die Strecke Bima-Lakey, vorher wird wahrscheinlich eher ein Taxifahrer erschossen. Unser Fahrer war korrekt und vorne lief ein Surffilm, den der Fahrer mitgucken konnte, damit er beim Fahren nicht einschläft. Wir holten uns auf halbem Weg in einem Warung ein bisschen Nasi (und wurden dort angeguckt und beobachtet als ob es nicht möglich sein kann, dass zwei Hellhäuter dort was essen wollen) und später ein Eis. Unserem Fahrer spendierten wir ein Magnum, was für uns ja wieder billig, aber für die Indos keine Sache ist, die man sich mal eben leistet. Er ließ das Eis aber liegen und sagte, dass er es später essen würde. Da lag es dann eine Stunde im warmen Auto und wir fanden es irgendwie undankbar, weil wir es ja sonst auch hätten essen können (und auch Bock drauf hatten). Dann hielt er aber kurz vor unserer Unterkunft an einem Haus an (seine Familie?), rief kurz etwas rein und schenkte es dem herbeilaufenden Kind, dass sich übertrieben darüber freute.. Da waren wir mal wieder ein bisschen zu voreilig mit der Verurteilung ;)

Dann kamen wir an. Ich hatte ja extra alles so im Internet nachgeguckt, dass morgens (wenn immer kein Wind ist) in den nächsten Tagen immer Flut sein sollte, da bei Flut die meisten Spots liefen. Als wir ankamen war es Abend, und es hätte genauso Flut sein müssen (Flut und Ebbe wechseln sich auch da so ungefähr im 6-Stunden-Takt ab), war es aber nicht. Es war eher genau Ebbe. Auf der scheiß Website von dem einen Surfhotel dort (woher ich die Tide-Charts hatte) stand es genau falsch. Ich regte mich erstmal ne ganze Weile auf (insgesamt 2 Tage), weil so die ganze Planung für den Arsch war und ich dachte, ich kann die super Surfbedingungen vergessen. Im Nachhinein war es natürlich kein Problem, man findet sich mit Wind beim surfen ab und einige Spots liefen erstaunlich gut mit Wind und ohne Flut (gab dann nur mehr Riffkratzer am Hintern, wenn man gewaschen wurde). Außerdem schliefen wir die ersten Tage mal etwas aus (bis 8 oder halb 9), was mit den wandernden Gezeiten mit jedem Tag weniger wurde (am Abreisetag war ich dann wieder um 5.00 Uhr wach und bin kurz danach rausgepaddelt). Vom surfen her waren die ersten Tage bombastisch. Am ersten Tag gings direkt zur Pipe, die extrem gut lief. Es war windig, aber nur wenige Leute da und es hagelte Barrels- sogar 1, 2 kleine für mich, auch wenn nicht lange. Ein weiteres Mal war ich extrem geflashed und der Ärger über die Tiden war vergessen. Luzi paddelte auch dort mit raus, aber es war ein bisschen zu heftig, also wurde die nächsten Tage die Pipe von ihr mehr beobachtet aber umso mehr „Nungas“ zu ihrem Spot. Genau dort hatten wir auch am nächsten Tag unsere Morgensession. So gut hatte ich Nungas das letzte Mal nicht gesehen. Die Wellen liefen 200 Meter und es waren extrem spaßige-, aber auch Barrelsections dabei, brust- bis kopfhoch. Das ganze hielt auch eine Weile an, bis es nach einiger Zeit dann etwas schlechter wurde und wir reinpaddelten. Jetzt war die Tide richtig und ich hüpfte direkt zur Pipe. Auch die Session muss nocheinmal erwähnt werden: Die Wellen waren heute noch etwas größer und es liefen saubere Tubes. Und genau darum ging es nur in dieser Session. Ein paar Andere waren noch mit im line-up, aber eigentlich teilte ich mir die Wellen mit nur einem anderen Jungen, der richtig gut surfen und von dem ich mir was abgucken konnte in Sachen Barrels. Es gab wieder eine nach der anderen Welle (keine Ahnung wieviele ich hatte) und ich versuchte mich am tief einsteigen, Speed machen und am besten ab in die Barrel. Nach ein paar Halbherzigen klappte eine Welle dann perfekt. Ich stand auf, machte Speed, zog rein und machte mich klein. Um mich herum auf einmal das Rauschen, was man nur hört, wenn man wirklich drinnen ist (wie in einer Röhre eben ;) )und ich sah wie über mir der Vorhang kurze Zeit zumachte. Augenblicke für die Seele. Kurz bevor es dann über mir zumachen würde, steuerte ich raus und beendete diese geile Welle mit nem kleinen Turn. So genug gelabert, war einfach geil ;)
Foto gabs leider in der Sekunde keins, und eigentlich heißt es ja auch "you don't really get barreled if nobody sees you", aber gesehen haben es zumindest ein paar Norweger, die nur zum Gucken rausgepaddelt waren ;)

Die folgenden Tage waren sehr entspannt. In Lakey ist ja nichts los ansonsten. Wir surften also die nächsten Tage Pipe und Nungas, genossen das leckere Essen (meistens Honey oder Coriander Chicken mit dem besten Kartoffelbrei und Salat)- von wegen es gibt da nichts Leckeres ! - und entspannten öfters mal im "Fat Mah's", einem Café von 2 älteren Australiern, was echt chillig eingerichtet ist.

Fat Mahs

Natürlich spielten auch (obwohl bei mir mehr als bei Luzi) wieder die Donuts von der Donut-Oma eine Rolle. Obwohl so viele wie Farshad sich reingezogen hatte, konnte ich denke ich nicht mal dieses Mal aufholen. Die „Donuut Doonuut“- Rufe hallen noch immer nach. Einmal holten Luzi und ich uns sogar erst einen Donut und danach durfte die Donut-Oma uns beide jeweils eine Stunde Ganz-Körper-massieren. Das war entspannend bis schmerzhaft (aber immer gut) und vor meinem Hintern machte sie trotz Badehose keinen Halt.

Auch bei der anderen Mama aß ich mittags öfters mal alleine meine Riesenportion, weil Luzi nicht ganz so viel Hunger hat wie ich. Die Mama schien dieses Mal auch entspannter, weil nicht noch so einer (wie auch hier Farshad letztes Mal) ihr das Mie Goreng vom Kopf fraß.

In den folgenden Tagen surfte ich wieder Pipe, aber auch Periscope's zum ersten Mal. Rechte Wellen, die barreln, habe ich allerdings noch nicht wirklich drauf, da meine Backside echt noch nicht krass ist. Trotzdem war es cool, wenn auch ein bisschen crowded. Ein Indo hat dort bei Periscopes unten seine Blechhütte- der garstigste Indo, den ich je gesehen hab. Er hat ein kleines Schild am Strand aufgestellt: "No pey (mit e) no surf" und so ist das auf jeden Fall auch gemeint. Beim ersten Mal als wir da waren, hatten wir echt kein Geld dabei, das fand er nicht cool. Er schmiss uns sein Ticket um die Ohren und spuckte auf den Boden und wurde richtig aggressiv. Ich wusste gar nicht, dass mich ein 70-jähriger Opa einschüchtern kann :D Also versuchte ich ihn solange zu beruhigen, bis der Motor ansprang und weg waren wir. Am nächsten Tag nahmen wir dann Geld mit und er wartete schon mit einem tötenden Blick in seiner Hütte. Wir checkten allerdings nur die Wellen und es war nicht wirklich gut, also entschlossen wir uns nicht zu surfen. Wir nahmen sein Spruch auf seinem Schild beim Wort und ich gab Gas, als wir an seiner Hütte vorbeifuhren. Er rief uns was hinterher und man munkelt, man hat kurz danach eine Machete in unserem Rückspiegel aufblitzen sehen... Wäre er nett gewesen, hätte ich ihm gern ein paar Tausend Rupiah gegeben... Aber nach der zweiten Flucht, trauten wir uns wirklich nicht mehr hin, war aber auch nur noch ein Tag übrig!

Ein paar Bilder von Pipe und Persicope:

Pipe Pipe windig Pipee Periscope, nicht ich :D

Am letzten Abend und Morgen gabs dann noch je eine Lakey Peak-Session, man konnte ja nicht eine Woche dort sein ohne den eigentlichen Spot zu surfen. Am Ende unserer Woche war das auch besser, da eine ganze Gruppe von Leuten abgereist war. So war ich dann am Abreisetag auch als erster um 5.30 Uhr am Peak, der noch eine relativ fette Größe in den Sets (wie am Vortag) hatte, und clean war es um diese Uhrzeit auch. Ganz cool den Peak ein paar Wellen lang für sich ganz allein zu haben und ne coole Morgenstimmung, aber auch später waren es nur überschaubar viele Leute, obwohl es dort wohl fast nie uncrowded ist. Ich hatte nochmal richtig gute Wellen und es ist auch einfach eine rasante Welle und bei den großen Wellen mit Adrenalin-Takeoff; sie wird schon zu Recht gehyped. Ein paar Fotos von den nicht wirklich Großen habe ich noch von nem Indo für ein paar Rupiah bekommen, am Drop-in-Bild sieht man, dass es am Ende dich wieder voll im Wasser wurde ;)

Es war eine echt coole Woche dort und wir haben beide mal etwas runterkommen können, von dem täglichen Hin- und Herreisen. Da waren mal ein paar Tage an nem beschaulichen Ort schon ganz cool. Und die Wellen wie erwartet genial.

 

Nun war der Plan nach dem Frühstück ab nach Bima zu fahren und dort in unseren Flieger nach Lombok zu steigen, wo wir noch ein paar Tage verbringen wollten. Bis Bima klappte alles wie geschmiert...

Nungas Sunset

Bali, Balian 25.10.- 01.11.15

Freitag, 06.11.2015

Angekommen in Bali quartierten wir uns im „Ara's Inn“ ein, ein Hostel direkt neben dem „Coco Beach Hostel“, wo ich meine erste Nacht in Indonesien verbracht hatte. Es ist ein kleines Hostel, aber sehr sauber und mit extrem lieben Betreibern. Außerdem wird dort das beste Frühstück vorbereitet und es gibt die bequemsten Betten, die man sich vorstellen kann. Wir blieben dort trotzdem nur eine Nacht, zwischendurch gings nochmal aufs Kuta Reef (was leider zu klein war, als dass es aufregend werden konnte) und ich ging mit Luzi nochmal am Kuta Beach ins Wasser. Vom surfen her alles nichts Außergewöhnliches. Dann packten wir den Roller zum Umfallen voll mit unseren Brettern und Rucksäcken und was man so alles hat und machten uns auf den Weg nach Canggu zu unserem alten Freund Fred in seine schöne Unterkunft. Ich merke gerade beim Schreiben wieder, was das eigentlich für ein Luxus-Reiseabschnitt war. Ein guter Gegensatz zu den vorigen Wochen. Bei Fred zogen wir in ein noch schöneres (als beim letzten mal dort) Zimmer und genossen die entspannte Atmosphäre Canggus. Ein paar kleine Surfs zusammen am Berawa Beach in kleinen Wellen und viele Besuche in echt geilen Lokalen. Wir snackten uns nochmal beim Inder durch und natürlich gabs auch danach wieder ein geiles selbstgemachtes Eis, bzw. eher einen Eis-Brownie nebenan. Morgens kochten wir uns immer selbst oben in der Küche vom Hostel lecker Porridge mit frischen Mangos, Papayas und Bananen und brühten unseren deutschen Café (den Luzi ja mitgebracht hatte) auf- das klassische Frühstück am Pool.

Für den nächsten Tag nahmen wir uns dann mal die Touri-Ziele vor, die ich bisher ja immer gemieden hatte. Aber man will ja nichts verpassen ;) Morgens fuhren wir dann nach dem besagten Morgensnack los nach Ubud in den Affenwald. Vorher gabs noch ein sensationelles zweites Frühstück in nem Indo-Café- Egg's Benedict!
Luzi war ja sowieso begierig drauf, mal ein paar andere Affen zu sehen. Also kauften wir uns am Eingang Touri-gerecht mit Kamera um den Hals ein paar überteuerte Bananen. Von 5 Bananen wurden Luzi direkt nach dem Bezahlen 2 Stück vom ersten gierigen Aggro-Affen abgenommen. Man darf nicht mal andeutungsweise zeigen, dass man was essbares dabei hat, ansonsten kennen die Affen ihre Tricks alles Essbare zu finden. Ich habe ja seit meinem Gibraltar-Affen-Schulterbiss im vorigen Jahr sowieso ein gespaltenes Verhältnis zu den kleinen, dreisten, haarigen Biestern, also überließ ich Luzi die Bananen-Bürde.
Auf Sumbawa hatte ich ja mit Farshad und so schon viele wilde Affen gesehen, aber hier war es echt nochmal cool, so viele auf einmal und so nah zu sehen und Luzi war sowieso hin und weg. Die Affen machen nicht (wie Menschen) irgendein Problem aus ihren Bedürfnissen oder Wünschen. Sie sind dreist und nehmen sich, was sie wollen und klettern auf einem rum, wie sie wollen. Versuch nicht um dein Essen zu kämpfen!

Danach fuhren wir durch die Künstlerstraßen von Ubud zu den Reisterassen. Von den Reisterassen hatten wir schon oft gehört. Als wir da waren, dachten wir uns auch: Wow! Richtig langweilig. :D Wir nahmens mit Humor, tranken ne Cola (deren Touripreis ich durch meine monatelange Indo-Handel-Erfahrung ohne Probleme auf 1/3 reduzierte) und machten ein paar Selfies mit ausgetrecktem Arm, sodass die anderen Touris den schmalen Weg nicht an uns vorbeikamen. Als uns jemand für Geld einen Reisbauer-Hut (asiatischer Kegelhut, hab ich grad gegoogelt) aufsetzen wollte, fuhren wir dann aber schnell weiter.

Ab zum Wasserfall! Der war aber echt gewaltig und wir chillten den Nachmittag dort und ließen uns die Wassermengen auf den Kopf knallen.

Den Rückweg traten wir danach an und machten einen Umweg über Kuta. Dort wollte ich mir mein neues Brett kaufen. Ein paar mehr Liter Volumen tun doch in den meisten Wellen gut. In den kleineren, nicht zu steilen, sowieso, aber auch vor allem in denen, die viel Speed nach dem Takeoff verlangen. Also guckten wir nochmal in ein paar Shops, aber trafen dann den Koreaner, den ich vorher über die Bali-Surf-Sell-Gruppe bei Facebook angeschrieben hatte. Der hatte mein Traumboard. Dass es blau gefärbt war, machte mich zwar misstrauisch (die Indos sind Meister im vertuschen und übermalen von zerbrochenen Brettern), aber im Gespräch stellte sich heraus, dass alles in Ordnung sein musste. Mein erstes Al Merrick (DFR) 27,5 Liter, 6“0. Einfach das Brett, wonach ich gesucht hatte. Und meine Erwartungen wurden bisher auch nicht enttäuscht, eher im Gegenteil...

 

Das Foto ist morgens um 6 Uhr vor ner Morgensession entstanden, daher der ausgeschlafene Blick.

Nach einer weiteren entspannten Nacht bei Fred, sattelten wir am nächsten Morgen wieder den Roller und düsten nach Balian, wo wir für die nächsten 3 Tage bleiben sollten. Balian hat ein richtig schönes Surfer-Dorf und einen sehr gechillten Surfspot (super A-Frame) für alle Levels.

Nur ist es auch bekannt für viele Haie und kürzliche Attacken. Doch davon ließen wir uns nicht abhalten. Bevor wir überhaupt eine Unterkunft hatten, machten wir uns direkt nach der Ankunft auf ins Wasser, denn die Bedingungen sahen super aus für uns beide. Spaßige Wellen, die eine gute Größe hatten, aber nicht scary waren und kein Wind. Wir genossen gute 2 Stunden im Wasser und bekamen ordentliche Wellen. Luzi sogar ihre bis dahin beste Welle, die sie je hatte. Das gleiche passierte ihr allerdings gleich am folgenden Tag und einen Tag danach noch einmal ;) Gerade morgens waren die Bedingungen immer echt super und sobald es hell genug war, dass die Haie uns nicht mehr im Morgengrauen mit Robben verwechseln konnten, sprangen wir ins Wasser. Zweimal hat je ein Surfer neben mir in etwas Entfernung ein großes Tier aus dem Wasser springen und rücklings aufklatschen sehen, ich wurde aber nie Zeuge von einem Hai. Dass sie im Wasser sind, steht aber sowieso außer Frage, wir sind ja nicht im Schweriner See.
Ich berichte ja die ganze Zeit vom Essen, aber auch hier muss man es nochmal erwähnen. Unsere Unterkunft (die wir nach kurzem Suchen für den besten Preis fanden), hatte nicht nur wieder ein super Zimmer, sondern auch das beste Restaurant, was ich bisher in Indo gesehen habe. Betrieben von einer deutsche Frau, gab es die leckersten Speisen und Getränke und ein absolut krasses Frühstück inklusive.

Wir feierten das fast genauso wie das surfen und hatten ein paar richtige Wellness-Tage. Wie ein extrem günstiger Luxus-Urlaub mit dem Ozean als Spielplatz vor der Tür. Vor unserer Haustür lag dann auch jeden Tag unser neuer Haushund „Nasi“ (dieser geile Name stand sogar auf seinem Halsband) und folgte uns treu ergeben die nächsten Tage.

Nebenan gab es noch einen kleinen Café-Stand mit kolumbianischem Café, wo wir es uns auch ab und zu gemütlich machten.

Balian war echt einen Trip wert!!

Am 01.11. fuhren wir dann nach der Morgensession und dem letzten Frühstück über Canggu zurück nach Kuta ins Ara Inn. Dort angekommen hüpfte ich für eine kleine 1,5 Stunden-Session noch schnell ins Kuta Reef, bevor es dunkel wurde. Der Swell war größer und als ich am Spot (Middle's) mit dem Shuttle-Fischerboot ankam, dass mich den Kilometer aufs Meer brachte, paddelte ich zum Point, wo so 7,8 andere Surfer warteten. Ich war noch nicht mal ganz da, da kam ein fettes Set rein und bevor ich überlegen konnte, nahm ich die allererste Welle, die ich sehen konnte, da die anderen alle zu tief saßen und es nicht schafften. Direkt eine richtig große Welle, wahrscheinlich sogar meine größte an dem Tag. Es machte richtig Bock und ich kam langsam auf dem neuen Brett klar. Die Session war ein Traum. Wieder etwas mehr Action für mich, als die vergangenen Tage und sehr nice Wellen. Nachdem ich in der End-Section einer der guten Wellen dann noch eine kleine „Gute-Nacht-Barrel“ bekam, konnte ich völlig zufrieden wieder an Land kommen. War ein geiles Gefühl, obwohl es eine war, in der ich mich ganz klein machen musste. Am Abend fuhren wir dann ins „Sky Garden“, wo ich ja mit Farshad und den Jungs aus Köln vor ein paar Wochen schonmal war. Damals war es allerdings nicht andeutungsweise so voll. Es war Halloween an diesem Abend, also lauter Leute, die nach dem All-you-can-eat noch saufen und feiern wollten und es gab mega lange Schlangen. Also schlichen wir uns eher an den Anfang der Schlange und füllten nur einmal unseren Teller (brechend) voll und zogen uns das Essen eher rein, als es zu genießen. Laute Musik, keine guten Plätze zum essen usw... Aber egal, dafür hatten wir wieder ne entspannte Nacht im Ara's Inn im Anschluss. Am nächsten Morgen gabs dann bei ähnlichen Bedingungen wie am Vortag noch ne Riff-Session für mich, die mich wieder zufriedenstellte, auch wenns nicht ganz so gut wie am Abend vorher war. Wenn diese Wellen gute Größe haben, macht es einfach nur Spaß. Ein weiteres Mal genossen wir dann noch das leckere Frühstück mit allem drum und dran, bevor wir dann von der Hostel-Mutti freundlicherweise zum Flughafen gebracht wurden, um den Flieger nach Sumbawa zu nehmen... Das kleinste Flugzeug, in dem ich bisher saß- und statt Turbinen gabs Propeller! Aber egal- ab in die geilen Wellen!!

 

 

 

 

 

 

Reisetage und Sumatra; 20.10. - 25.10.

Mittwoch, 04.11.2015

Die nächsten Tage stiegen wir von einem Flugzeug ins andere. Nach einer sehr kurzen Nacht im „Zest-Hotel“ in Jakarta, nahmen wir um 4:00 Uhr morgens den Shuttle zum Flughafen und flogen nach Singapur, um ein neues kostenloses Visum (für einen weiteren Monat) in Indo zu bekommen. Es war ein langer Tag mit viel Warten und das eigentliche Highlight war der „Subway“ im Flughafen in Singapur. Schinken, Käse usw. sind eine Seltenheit in Indonesien, also gönnten wir uns richtig! Nach ein paar Stunden Aufenthalt und einem Singapur-Stempel im Reisepass, flogen wir am gleichen Abend wieder zurück. Abends trafen wir dann wieder Nate im Hotel, der allerdings schon am Schlafen war, und legten uns dazu. Jakarta will man echt meiden; allein die paar Minuten, die wir durch die Gassen gelaufen waren, um ein abendliches Straßen-Nasi zu bekommen, trieben uns (durch die Abgase) Tränen in die Augen. Es fühlt sich echt nicht gesund an, einfach dort zu atmen. Dagegen ist die Luxemburger Straße in Köln auf jeden Fall ne Sauerstoffkur. Am nächsten morgen gings dann mit Nate ins nächste Flugzeug. Wir hatten zusammen geplant, nach Lampung, auf Sumatra zu fliegen. Neue Insel, neues Glück. Von Nate's Berichten und den Infos aus meinem Surfguide versprach diese Region etwas für jedermann: Spots, an denen wir alle zusammen im Wasser sein konnten und alle auf unsere Wellen-Kosten kamen. Wir kamen in einer Unterkunft in „Krui“ unter, in der Nate schon einmal vor 2 Jahren war. Abends hüpften wir direkt ins Wasser (Spot vor der Haustür), allerdings in sehr kleinen Wellen. Nate hatte nur 4 Tage übrig, bevor er wieder nach Australien musste, also versuchten wir so viel wie möglich zusammen zu surfen. Die Dörfer sahen freundlicher aus, als in Cimaja und Umgebung. Ordentlicher, farbenfroher, sauberer. Aber irgendwie fühlten wir uns nie wirklich wohl; unser Zimmer war ein bisschen schäbig, ständig Probleme mit der AC und nachts durchgeschwitzt aufwachen. Die Toilette hatte keine Spülung sondern nur einen kleinen Eimer, mit dem man Wasser reinschütten konnte. Die Verpflegung war aber dafür echt in Ordung und es gab 3 inklusive Mahlzeiten am Tag frisch frisch gekocht von den Mädels vom Hostel. Wir lernten Freunde von Nate kennen (Alisha und Max aus Teneriffa), die selbst eine Unterkunft (ein paar hundert Meter entfernt) aufgebaut hatten. Dort war es so chillig und alles so liebevoll eingerichtet, dass wir am liebsten umgezogen wären, aber es war alles ausgebucht für die nächste Zeit. Traumhafter Spot direkt vor einer der Wellen. Zumindest gönnten wir uns mal einen Nachmittag dort und genossen die Umgebung.

Die Surfspots waren weiter voneinander entfernt, als zuerst gedacht. „Krui“, der Spot vor der Haustür (den Nate so angepriesen hatte), lief leider nicht, da der Swell zu klein war und das sollte sich die nächsten Tage auch nicht ändern. Also fuhren wir oft zum Hauptspot „Ujung Bocur“, ein Riff, mit einer sehr langen Linken (wenn man eine große abbekam), die schon Spaß machte. Leider war es hier immer sehr voll und der Weg übers Riff rein und raus etwas schwierig. Ich holte mir natürlich wieder ein paar weitere Cuts am Fuß und nen neuen Seeigel. Wie gesagt war es immer eine weite Fahrt (über 30 Minuten), sodass man nicht zu oft hin- und herfahren wollte (was wir letztendlich trotzdem taten). Einmal probierten wir morgens noch „Mandiri“ aus, ein anscheinend extrem guter Beachbreak. Nur leider war er eher extrem schlecht, als wir ihn surfen wollten. Natürlich nur im Vergleich zu den Wellen, die wir hier sonst so haben- wirklich schlecht war er nicht. Sand als Untergrund hat man nicht so oft in Indo, deshalb dachten wir auch bei dem Spot, dass er cool auch für Luzi ist, aber die Strömung war fett und es gab so viel Weißwasser, dass Luzi an diesem Morgen lieber chillte- gute Entscheidung. Ich probierte es nämlich zwar etwa ne Stunde, hatte dann aber auch keinen Bock mehr, da man eigentlich nur weggeströmt wurde und die Wellen in den meisten Fällen zumachten.

Irgendwie gefiel uns das alles nicht, und der Swell sollte klein bleiben. Wir entschieden uns also, es einzusehen und nicht Zeit durch Warten auf bessere Bedingungen zu verpassen. Manchmal muss man es einfach einsehen und runterschlucken. Also schlossen wir uns kurzerhand wieder Nate an und flogen nach 4 Tagen wieder zurück. In Jakarta trennten sich dann unsere Wege: Nate flog am nächsten Tag nach Sydney weiter, Luzi und ich schnappten uns das nächste Flugzeug zurück nach Bali. Das war eine gute Entscheidung, wie sich herausstellten sollte!

 

 

Turtle's

Donnerstag, 29.10.2015

Nach unserer Rückkehr aus Sawarna machten wir uns am Samstag nachmittag (17.10.) zusammen mit Nate und unserem Fahrer „J“ (keiner von uns weiß seinen richtigen Namen) auf den Weg nach „Turtles“, einem Spot ca. 3 Stunden Autofahrt südlich von Cimaja. Ich hatte mir natürlich die Spotbeschreibung in meinem Indo-Surfbuch vorher durchgelesen; die war knapp, aber deutlich:

Wie wir später feststellten, stimmte an diesen knappen Sätzen allerdings jedes Wort. Zusätzlich bekamen wir von den Cimaja-Boys noch die Info, dass es Millionen See-Igeln geben würde. Plus flaches, scharfes Korallenriff und schnelle Barrelwelle mit kritischem Takeoff hörte sich das erstmal nach ner Herausforderung an. Zumindest war es eine Linke- das war mein einziger Vorteil, dachte ich mir. Um die Ecke war ansonsten nur ein weiterer Spot, der über flachem Riff lief ("Mama´s") und ein Big-Wave-Spot ("Ujung Genteng"), für den die Bedingungen nicht gegeben waren. Also gab es eigentlich sowieso nur eine Möglichkeit: Turtles surfen. Wir kamen abends an und sahen noch in der Dämmerung steile, schnelle Wellen, die nicht gerade easy aussahen. In Turtles hatte ich die ganze Zeit eine leichte Anspannung, wenn ich ans surfen dachte. Respekt und ein bisschen Aufregung, da dieser Spot schon etwas Können voraussetzte. Ein paar Jungs im Hostel liefen mit kleinen Verbänden rum (wohl vom Riff), vielleicht lags auch daran. Unser Hostel war ganz nett. Wir hatten im Prinzip eine kleine Hütte mit zwei Räumen für uns zu dritt und es gab Frühstück, Mittag, Abendessen inklusive, da es weit und breit sonst nichts gab und man sonst auch einfach keine große Möglichkeit hatte, etwas zu kaufen (wenn man nicht erstmal ein ganzes Stück ins nächste Dorf fahren wollte). Der Besitzer war ein Neuseeländer, den wir später kennenlernten- typisch lockere, bescheidene Art, sodass wir erst lange dachten, er wäre auch nur einer der Gäste.

Am nächsten Morgen machten wir uns direkt auf ins Wasser. Die Bedingungen (auch in der Umgebung) sahen für Luzi eher nicht zumutbar aus- Riff, Strömung, Barrel- was ein wenig schade war, da es sonst an diesen Orten ja auch nicht viel anderes zu tun gibt und es manchmal als europäisches Mädchen in einem muslimischen Land auch noch nicht mal so entspannt ist, einfach nur am Strand im Bikini abzuhängen.

Nate und ich informierten uns (außer die Buch-Info) natürlich nicht wirklich über den Spot, sondern hüpften einfach rein. Der Swell war auch in Ordnung, auch wenn die Set-Wellen schon gut überkopfhoch waren. Er schmiss sich direkt in so gut wie jede Welle, ohne Rücksicht auf Verluste. Ich tastete mich langsam ran. Die ersten Wellen sprang ich noch raus, als es auf die Section zuging, mit der Zeit traute ich mir mehr zu. Wir hatten 2 Tage lang je so 3 Sessions. Diese Welle war was besonderes für mich- man hatte ein Risiko und ne Belohnung. Ich musste also meine Fähigkeiten wirklich mal selbst einschätzen und zwar weder zu hoch, noch zu gering. Es war ein krasses Gefühl: Anspannung vor der Session, Konzentration währenddessen und danach neben der Zufriedenheit über jede Welle, die man geschafft hatte, sogar eine kleine Erleichterung, dass alles gut gegangen ist. Prinzipiell war jede Welle (wenn auch nicht von der Größe) ähnlich: Warten, bis man an der Reihe ist (wenn andere Leute am Peak waren; ich hab noch nie erlebt, wie respektvoll die Reihenfolge eingehalten wurde ohne reinsneaken oder Drop-ins), Welle (clever) auswählen, schneller Takeoff und sobald man steht: Speed, Speed, Speed um die erste Steile Section zu schaffen. Dann manchmal ein, zwei kleine Turns und danach hieß es: entweder rein in die Barrelsection über sehr trockenem Riff oder rausspringen, solange es noch ging.
Die Rides waren kurz, extrem schnell und voller Power- etwas um seinen Schweinhund zu überwinden und nach jeder geschafften Welle ein Kick. Es wurde immer besser und ich wurde zuversichtlicher. Außerdem wurden in den folgenden Sessions der Swell noch etwas kleiner und es gab eigentlich fast nie viele Leute im Wasser, da der Spot den ganzen Tag lief und man sich so über den Tag verteilte. 2 Sessions hatten Nate und ich auch für uns ganz allein. Abgeguckt von meinem australischen Surfkumpel, wurde ich auch langsam einer von denen, die eher keine Booties tragen, egal welches Riff oder wie der Untergrund ist. Doch hier tat ich es bei Ebbe am Anfang schon. Am zweiten Tag, nachdem bei Nate auch alles gut gegangen war, ließ ich die Schuhe aber auch weg, man hat einfach wirklich mehr Gefühl, gerade, wenn es einfach schnell gehen muss und man nicht wegrutschen DARF. Also machten wir uns am zweiten Tag vor dem Frühstück zum Spot- es war komplett Ebbe. Wir liefen übers Riff und versuchten reinzukommen. Nate brauchte ein paar Anläufe und schaffte es dann, aber er strauchelte schon. Ich kam hinterher. Sobald das Wasser anfing, wurde es spitz unter den Füßen. Man konnte nicht an den Seeigeln vorbei und nur, wenn man langsam ging, taten sie einem nichts. Dann kamen die Sets. Ich wurde etwas weggerissen und versuchte wegzupaddeln. Die Wellen zogen aber immer wieder das Wasser unter dem Brett weg, sodass erst das Brett und dann ich auf dem Riff lagen. Ich strauchelte mich raus und konnte irgendwann wegpaddeln. Die Füße voller Seeigel. Einmal rausgepaddelt erfuhr ich, dass Nate Dasselbe erlebt hatte. Die tieferen Stachel taten ganz gut weh, aber ich wollte trotzdem surfen, Nate genauso. Ich sah kurze Zeit später allerdings, dass mein Brett auch was abbekommen hatte und musste rein. Nate gab mir seinen Zimmerschlüssel und sagte, ich kann sein anderes Brett nehmen für die Session. Also paddelte ich rein und humpelte zurück. Luzi war noch am Schlafen (es war ja erst 6 Uhr morgens..) und half mir meine Igel aus dem Fuß zu bekommen. Es waren viele und es war nicht leicht. Nate kam 15 Minuten später auch zurück. Füße auch voller Igel und einen guten Riffkratzer am Rücken- ihn hatte es bei der zweiten Welle (bei der er es nicht um die Section geschafft hatte) einmal übers Riff gezogen- Ebbe halt.

Also verbrachten wir die Morgensession mit ärztlicher Selbstversorgung. Ich wischte ihm das Riff aus dem Rücken und wir zogen die sichtbaren Igelteile aus den Füßen. Alles ist immernoch nicht raus und die Füße sind seitdem auf jeden Fall im Arsch, aber der Rücken heilt gut ab! Das Risiko nimmt man in Kauf.

Wir erfuhren dann beim Frühstück von Blair Cliffe (dem Neuseeländer), dass man auch um das Riff ganz außen vom Strand rumpaddeln konnte, ohne sich zu verletzten. Wir waren einfach zu blöd uns zu informieren..

Egal- das hielt uns nicht vom surfen ab und wir hatten noch ziemlich geile Sessions, in denen mein Selbstvertrauen auf jeden Fall wuchs für diese Art von Wellen. Ich hatte auch keinen wirklich kritíschen Wipeout, vielleicht einen, an den ich mich erinnere, bei dem ich glück hatte kein Riff zu berühren.

Eine weitere insgesamt krasse und geile Surferfahrung!

Am Abend vor der Fahrt nach Jakarta (wo wir dann am Dienstag für den Visa-Run Singapur sein mussten), erlebten Luzi und ich dann (direkt nach einer letzten Session in den Wellen) noch etwas Besonderes: Turtle's Beach hieß nicht nur so, weil einfach nur so viele Schildkröten dort waren (ich sah echt extrem viele dicke Köpfe auftauchen beim surfen), sondern, weil dort eine Brutstation war. Jeden Abend wurden kleine, in der Station geschlüpfte, Schildkröten (die irgendwann mal bis zu 180 Kg wiegen sollten und einen Durchmesser von zwei ausgestreckten Armen hatten) an den Strand gesetzt und musste sich ihren Weg in die Fluten suchen. Die indonesische Frau von Cliffe nahm uns (und ein paar andere von der Unterkunft) also am späten Nachmittag zur Station und jeder bekam seine eigene Mini-Schildkröte, und setzte sie beim Startkommando in den Sand vor die Brandung. Es gab ein Wettrennen. Echt richtig cool zu sehen, wie sie sich ihren Weg bahnten und instinktiv zum Meer krabbeln, so gut es geht. Nur ein paar indonesische Mädels hatten nicht ganz verstanden, dass man nicht zwischen ihnen rumtrampelt, Fotos macht, und dabei fast auf welche rauftritt. Luzi schrie sie kurz impulsiv an (aber zu Recht :D ) und dann wusste auch sie Bescheid ;)

Das war der Abschluss eines sehr geilen und spannenden West-Java-Trips. Danach holte uns Jay ab und es ging los mit der anstrengenden 7-Stunden-Fahrt über Berge und vieeele sehr schnell genommene Kurven. Luzi hatte die meisten Probleme das hinten auszuhalten, und mir war auch ordentlich schlecht. Aber abgeschossen mit MCP schafften wir auch das und kamen nachts im „Zest-Hotel“ in Jakarta an...

Turtle's Welle   Lurch chillt vor der Barrel-Section

BBQ Dinner und Sawarna-Trip

Freitag, 23.10.2015

Das Abendessen, welches Izzy`s Frau den ganzen Tag zubereitet hatte, war ein Festmahl. Ricky und Nate hatten (wie anscheinend schon im vergangenen Jahr) das ganze angeleiert und alle Leute, die zu der Zeit im „Daun-Daun“ waren gefragt, ob sie gern mitessen würden und sich am Preis beteiligen. Izzy's Frau würde also für uns alle aufkochen und grillen und wir hätten ein krasses Abendessen und im Anschluss würden die Indos, die dort den ganzen Tag chillen, die Reste verputzen. Wir zahlten jeder 100.000 Rp (ca 6 Euro), was für uns für so einen Luxus ja nichts ist , und für Leute wie Izzy ne gute Sache. Er als Leiter des Hostels verdient im Monat ca. 60 Euro, und durch solche Events bleibt dann etwas Geld und auch viel Essen für die ganze Indo-Jungs-Crew übrig und jeder ist zufrieden. War echt ne chillige Runde am Tisch und es gab extrem leckeren Fisch und alles drum und dran und wir waren alle kurz vor dem Platzen. Sieht ein bisschen nach 2-Klassen-Gesellschaft aus, wie die „Weißen“ am Tisch essen und die Indos danach die Reste auf dem Boden snacken, aber sie wollten sich einfach nicht an den Tisch einladen lassen. Und sie essen tatsächlich in der Kultur lieber vom Boden und mit Händen.

Mir ging es allerdings schon den Nachmittag vorher nicht so mega gut (glaube irgendein Cafe, den ich am Strand gekauft hab, war noch nicht ganz durchgebrüht), und in der Nacht konnte ich nicht viel schlafen, weil es rumorte. Ich knallte mir MCP und Eubiol rein, alles was die Reiseapotheke hergab. Für den Morgen war nochmal größerer Swell angesagt, aber ich konnte machen was ich wollte, nach ca. 2 Stunden Schlaf, konnte ich nicht wieder um 4.30 Uhr aufstehen. Ich ließ schweren Herzens und rumorenden Magens die frühe Session aus und holte etwas Schlaf nach. Um 9.00 Uhr konnte ich es nicht mehr aushalten und ging doch für eine Vormittagssession ins Wasser. Anscheinend war es früh am Morgen (laut der Berichte der anderen) extrem voll im Wasser gewesen, aber als ich ankam, war davon nichts mehr zu sehen. Bei der Wellengröße war ich allerdings ganz froh, dass ich nicht mit 20-30 Leuten im Wasser war. Es war zwar nicht mehr so perfekt glassy, aber es liefen noch grooße Wellen und es war wieder Adrenalin im Spiel. Mit mir im Wasser war nur Nate und ein Japaner und ich fühlte mich viel besser nach ein paar von diesen Wellen, die sich (und auch ein paar mal mich) gewaschen hatten. Mit dem Befinden gings danach langsam wieder aufwärts und ich ließ es ruhig angehen. Luzi hatte noch ne „Karang Haji“ Session und übte ordentlich am Takeoff und der richtigen Position auf dem noch neuen Brett und scorte wieder ein paar gute Wellen ;) Am späteren Nachmittag hüpfte ich auch nochmal für ein Stündchen in Cimaja rein- 2 Sessions am Tag müssen schon sein in Cimaja- auch wenn man ein bisschen krank ist!

Am nächsten Tag machten wir uns für einen 1-Tages-Trip auf nach Sawarna- ein paar Buchten weiter und ein Ort mit einem ganz anderen Flair. Ricky musste am Vortag zurück nach Australien und Nate hatte Bock mit uns zu kommen. Im Vorfeld hörten wir von allen Seiten, dass die Wellen dort größer und extrem lang sind. 250 Meter Rides sollte es wohl geben und dazu ein richtig schöner Ort, also mussten wir uns selbst davon überzeugen. Nach ner knappen Woche nur rechter Wellen, hatten wir auch Lust mal wieder auf ne Linke (vor allem ich als Goofy!). Also saßen wir 3 morgens um 6 Uhr auf unseren Rollern und fuhren eine echt schöne Strecke entlang der Küste und über Berge und Täler. Auf dem Weg überall Kinder in ihrer Schuluniform, die wie immer fröhlich grüßten und sich freuten, als sie uns sahen. Das ist sowieso krass, wenn man das mal vergleicht mit den meisten Kindern im „Westen“. In dem Alter gibt’s bei uns schon mehr Arschloch-Kinder, in Indonesien anscheinend überhaupt gar nicht. Das Highlight kurz vor der Ankunft war die Hängebrücke. Ich kam erstmal nur extrem knapp drauf (fast zu schmal mit den Boards neben dem Scooter!),und dann fuhr man dort rüber. Währenddessen wackelte die Brücke übertrieben hin- und her. An den Seiten war man vor dem Fallen eigentlich nur durch ein paar Metall-Drähte gesichert. Nate erzählte kurz vorher noch die Geschichte, dass letztes Jahr 2 Japaner mit dem Scooter tatsächlich in den Fluss gefallen waren und der Scooter auf sie rauf. Ich machte mir kurz Sorgen, aber seine Abschwächung mit einem Grinsen („...but I reckon the Japs are just stupid sometimes, aye“) ließ mich dann gleich alles vergessen und los gings.. :)

 

Sawarna war echt ein chilliges Örtchen- überall Schaukeln und Hängematten direkt vor dem Spot, und Nate war schneller bereit zum surfen, als ich den Roller parken konnte. Ich holte meine Semi-Gun raus, denn es hatte tatsächlich Größe im Wasser und die Vorfreude und Aufregung stieg ein bisschen. Vorfreude hoffentlich ein paar von den Großen zu kriegen und zu sehen wie sich das neue Brett macht- und Aufregung, wie tief wohl das Riff ist und ob das Brett bei der ersten Session ganz bleibt. Nathan meinte, man soll die großen Wellen nehmen, weil man sonst nach den kleineren Schwierigkeiten hat wieder aus dem Weißwasser und der Strömung zu kommen und gar nicht so viel Wasser über dem Riff auf der Inside ist, wenn die Sets danach kommen- immer eine gute, die Spannung nehmende Ansage! Mittlerweile ist man aber schon einige Riffs gewöhnt und der überzogene Respekt vor jeder Art Riff ist auch weg- geht auch nicht anders, weil die Wellen hier zu 99 % über einem Riff und nicht Sand brechen.

Die Session war traumhaft: Zuerst waren wir komplett allein im Wasser mit super Wellen und ziemlich bald bekam ich die erste lange, große Welle. Das Brett machte direkt richtig Speed und man konnte die Wellen viel einfacher anpaddeln. Ein krasses Gefühl Wellen dieser Größe zu surfen und dann noch eine Strecke von über 200 Meter... Nate startete mit einer kleinen Paddelsession, er war direkt in der Inside gefangen und brauchte ne gute Viertelstunde um aus den brechenden Sets rauszukommen. Später kamen noch 2 andere Surfer, die aber gar nicht im Weg waren. Es gab noch einen klassischen Wipeout von einer fetten Set-Welle für mich. Mir krachte nach einem zu positiv gedachten Takeoff (der eher 3-Meter-Runterfallen von ner barrelnden Welle war) dieser Brecher auf den Kopf und ich wusste ne Weile nicht wo ich gerade  so im Wasser bin und wie weit das Riff weg ist- aber alles ging gut.
Wir hatten beide echt geile Wellen und das Glück das Luzi sogar ein paar Fotos geschossen hatte. Völlig begeistert kamen wir irgendwann aus dem Wasser und waren mehr als zufrieden, weil wir es so genossen hatten: Den Morgen und die Fahrt, den Ort an sich, die Wellen für uns alleine.

Danach gab's noch ne Portion Mie Goreng, ne Portion Nasi Goreng und ein paar Kokosnüsse (Kokos mit "o") gegen den Durst.

Wir 3 Bleichhäute (und vor allem Luzi) waren das Highlight für eine Gruppe indonesischer Schüler und auch für ihre Lehrerin. Es gab Foto-Sessions, tausend Dank dafür, dass wir einfach nur da sind und die überglückliche Lehrerin, die aus ihrer Freude, mit uns zu reden, gar nicht mehr rauskam!

Insgesamt echt ein cooler Trip. Abends machten wir uns dann auf den Weg nach "Turtles"...

Cimaja!

Donnerstag, 15.10.2015

Cimaja ist für mich ein Traum und genau das, was ich mir von meinem Surftrip in Indo versprochen und erwartet hatte. Am Tag geht es nur um surfen, coole Unterkunft, entspannte Leute. Die erste Nacht hatten wir nen eigenen Bungalow. War ganz chillig mit kleiner Terasse und so, aber irgendwie zu ruhig, und für den Preis auch nicht wirklich sauber oder so. „Jatman“, der dort alles organisierte (aber nen weißen Penner als Chef hatte), war korrekt und klärte uns direkt ein Roller mit Surf-Rack und ließ uns am nächsten Tag in seiner Küche kochen. Unsere Kölner WG ist ja auch nicht für den Hygiene-Preis nominiert (außer Michis Zimmer), aber in soner dreckigen Küche wie dort wollte ich fast nicht mal kochen :D Haben uns dann ein klassisches 8-Ei-Omelette im Wok gezaubert und packten auch bald zusammen. Vorher checkte ich früh um 6 den Spot „Cimaja“, und ich wurde auf einmal ziemlich nervös, weil sich mir das hier bot:

Also machte ich mich gegen 7 auf um selbst zu surfen, es war allerdings schon voller mit Leuten und nach und nach trafen die Locals ein. Es sind extrem gute Wellen, aber ich surfte nicht zu lange, weil es schwierig war am ersten Tag in dieser Welle überhaupt was abzubekommen, sobald mehr als 10 Locals drauf waren. Aber ich freute mich schon auf die nächsten Sessions.

Mit dem weißen fetten Engländer Asi-Chef von der Unterkunft hatten wir dann noch ne kurze Diskussion wegen „Late Checkout“ und extra zahlen (was wir dann aber konsequent nicht zahlten), ohne uns vorher Bescheid zu sagen, und fuhren dann die 150 Meter weiter ins „Daun-Daun“-Hostel, was wir uns am Abend vorher schon rausgesucht hatten. Hier war alles viel cooler. Wir lernten gleich Ricky und Nathan kennen (Engländer und Australier), die schon ein paar Tage dort waren und genauso nur am surfen sind. Witzige Jungs! Der erste Abend war bei denen aber direkt ein „Party-Abend“. Die beiden Jungs schmissen für die Indo-Jungs (und vor allem sich selbst) eine Bintang-Runde nach der anderen und wir chillten uns für ein Bintang nach dem Abendessen dazu. Es stellte sich heraus, das die meisten von denen Surf-Locals waren (schonmal ganz gut, wenn man welche im Wasser kennt...)

 

Es gab Trinkspiele mit Liegestütz und mitzählen auf indonesisch (eigentlich nur 10 mal „satu“!). Am betrunkensten war der Hostel-Host „Izzy“, der ein richtig lieber und korrekter Kerl ist, aber am Ende nichts mehr auf die Reihe bekam. Trotzdem machte ich mit den Jungs aus, morgen früh um 5 im Wasser zu sein. Cimaja hat super Wellen, vor allem morgens, wenn noch kein Wind ist. Morgens ganz früh im fast dunkeln ist dann Zeit für die „Tourists zum surfen, bevor es zu voll mit Locals wird. Ricky und Nathan klopften tatsächlich 4.45 Uhr an die Tür und wir machten uns auf zum Spot. Im halb-dunkeln paddelten wir raus, und es waren unfassbar gut Wellen. Luzi quälte sich sogar auch raus und schoss ein paar Fotos, wobei sie vom alten Kokosnuss-Mann (er verkauft aber lecker Kokosnüsse!) aber ziemlich zugelabert wurde. Er hatte auch kein Problem sich morgens um 6.00 Uhr direkt neben sie zu setzen und sein Frühstück zu snacken- getrockneter Fisch.

Ab da glichen die letzten Tage sich ziemlich genau. Morgens um 4.30 Uhr klingelt der Wecker, Zähneputzen, Board waxen, Banane und was Süßes mit auf den Weg und im Dunkeln rüber zum Spot wandern. Im fast dunkeln rauspaddeln und ne schöne Session. Dann gegen 7 Uhr Frühstück und geiler Café (Luzi hat aus Deutschland Café und ne kleine Press-Kanne von Mum mitbekommen) und dann entweder ne runde pennen oder direkt die Zweite Session mit leichtem Wind und nur noch fast perfekten Wellen. In unserer Frühstückszeit sind dann die meisten Locals im Wasser und so passt man sich etwas ab. Zu den Locals ist noch zu sagen, dass die hier einfach übertrieben nett sind und gerne teilen. So gut wie niemand beansprucht die Wellen für sich, nur wenige sneaken rein und es ist einfach ne entspannte Stimmung im Wasser. Und das ganze bei teilweise so extrem guten Surfern. Einer von ihnen wird von den Jungs vom Hostel „Barrel-Magnet“ genannt, und das zu Recht. Ein paar Leute machen Fotos im Wasser, ich hoffe morgen früh kommt vielleicht in gutes von mir auch ;)

Nach dem Mittag (bei Lona's- mega lecker und so cheap!) fahren wir dann meist bei Ebbe nach „Karang Haji“, wo ja Luzi auch gestern schon gesurft hat, genauso wie jetzt wieder. Die Indos hier im Wasser sind genauso korrekt und geben sogar gerne Tips und lassen viele Wellen übrig. Passt zu den Leuten hier in West-Java auch generell.

Auf dem Rückweg guck ich dann immer nochmal, ob in „Karang Hawun“ was läuft, keine perfekte Welle, aber ein spaßiger linker Slap, aus dem man ein, zwei Turns rausholen kann, und wenigstens mal ne Frontside-Welle zwischendurch, zwischen den ganzen den ganzen Rechten...

 

Eben gabs ne kleine Schreibpause, weil 3 kleine Surfjungs vom Strand hier sich mit mir paar Videos von den Morgensessions in Cimaja angeguckt haben und mit mir zählen geübt haben.

Heute Morgen war Cimaja noch zu klein um 5 Uhr, also legten wir uns (nach ner halben Stunde im Dunkeln gucken) alle nochmal für ne Stunde hin. Danach Frühstück und dann fuhren wir zum Sunset-Beach, wo dann doch nochmal paar große Linke liefen. Hat richtig Bock gemacht und klappte echt richtig gut bei mir, auch wenn wir nach kurzer Zeit dann doch nochmal nach Cimaja düsten. Da gings dann richtig gut weiter, ich bekam endlich mal die größeren Set-Wellen und hatte echt ne gute Session! Geplant ist jetzt noch ein Trip nach Sawarna zu ner anderen Welle und danach dann ausziehen aus dem Hostel und etwas südlicher zu „Turtles“, ein anscheinend krasser Reefbrake, linke Welle und gut am barreln. Nathan der Australier ist auch mit am Start bei dem Trip. Von da aus müssen wir dann leider schon hoch nach Jakarta fürs Visum und dann geht’s weiter auf die Mentawais!

Jetzt gibt’s aber gleich erstmal fettes BBQ mit den Leuten aus dem Hostel und den Locals, und dann morgen wieder das gleiche Spiel!

Ich feier es grad mega hier ;)

Zum Abschluss noch paar Fotos von den Wellen und vom Barrelkönig, das ist das Ziel:

  morgens um 5 Uhr

Bali 3, Ankunft und Abschied

Montag, 12.10.2015

...geschrieben zwischen dem 07.10. und 12.10...

Am 04.10. (Sonntag) morgens um 6.00 Uhr wurden wir von unserem Fahrer geweckt. Er sollte uns früh von Lakey zum Flughafen Bima (2 und ein bisschen Stunden entfernt) fahren und kam überpünktlich. Noch halb im Schlaf setzten wir uns in sein Auto und wachten langsam durch seine Techno-Mucke auf. Richtige Indo-Mucke, die von der Stimmung eigentlich höchstens ins stressige Kuta passt, aber irgendwie lieben sie es...

Am Flughafen verschenkten Farshad und ich dann in Alvaros Namen sein Brett (welches Farshad die letzten Tage genommen hatte) an ein Kind, obwohl uns auch schon vorher von anderen Leuten abgeraten wurde, Bretter an Indo-Kinder zu verschenken, da sie uns dann im übernächsten Urlaub die Wellen wegnehmen würden :D
Die Eltern verstanden erstmal eine ganze Weile nicht, dass wir es wirklich einfach verschenken. Ich glaube der kleine Junge hat es immernoch nicht verstanden :)

im Auftrag von Alvaro

In Bali checkten wir ein weiteres Mal im Kedin's Inn ein und ich versuchte noch einmal „Half Way“ am Kuta Strand zu surfen. Ein paar gute Wellen liefen, aber es lohnte sich nicht wirklich. Es war zwar sehr großer Swell, aber dafür auch viele große Closeout-Sets, im Weißwasser herumfliegende Beginner, extrem wandernde Peaks und ein fetter Shorebreak. Ich wollte mich aber unbedingt nochmal nass machen, also war es schon OK. Am Abend trafen wir dann Max Lechmann (aus der Uni), der auch schon ein paar Wochen mit Tim, Rami und Micha am rumreisen war. Wir gönnten uns 4 Stunden All-you-can-eat-BBQ und Drinks (lecker Buffet) für 6 Euro... Auf unserem Weg dorthin bekamen Farshad und ich direkt noch nen VIP-Pass für weitere 2 Stunden Freidrinks umsonst- der Abend war vorprogrammiert... Nachdem ich ca 6 Wochen nicht viel mehr als ein Bier am Abend getrunken hatte, kam ich mir wieder vor wie 18. Schööön saufen, Bier und Vodka-Cola. Aber es gab auch einen Anlass- Farshad hatte um 12 Uhr Geburtstag. Max und die Jungs waren voll im Training und tranken sich auf ihren gewohnten Pegel. Farshad und ich waren beide eher wie zwei Opas unterwegs und fühlten uns (wie wir uns am nächsten Tag beide eingestanden) ab 22.30 Uhr eher nach Bettchen und AC auf angenehme 23 °C als nach Party. Wir sprachen es aber natürlich nicht aus, weil wir beide wussten, was zu tun war. Tatsächlich saßen wir dann mit den Jungs 0.30 Uhr am Pool bei uns im Hostel und tranken noch ein letztes Bierchen. Farshads Geburtstag verbrachten wir auch in Kuta, gingen ne Runde shoppen und gönnten uns ein Festmahl am Jimbaran-Fishmarkt: wir suchten uns nen frischen Tuna, Red Snapper und ein paar King-Prawns und ließen uns alles filletieren,grillen und gönnten uns noch jeder ne lecker Kokosnuss. Ich war ja schon vorher 2 mal mit den anderen da, aber diesmal hats besonders gut geschmeckt :)


Am Abend änderte sich dann alles, was es bisher auf der Reise gab- Luzi kam an ;) Nach 6 Wochen war das schon krass und was besonderes! Wir freuten uns erstmal ne halbe Stunde und düsten dann zurück zum Hostel. Für sie gab es erstmal eine riesen Kuta-Reizüberflutung und das erste Mie Goreng und den ersten Smoothie, als wir dann endlich „zuhause“ waren. Da Kuta aber eigentlich gar nicht so geil als Einstieg ist (stressig, laut, dreckig..), machten wir uns gleich am nächsten Tag zum Bukit auf, wo Farshad ja auch noch nicht war. Der Swell war immernoch extrem fett, und ich fragte mich, wo man denn surfen gehen kann. Überall feuerte es, aber Impossibles probierte ich trotzdem nochmal. Session war cool, aber sehr viel kam wieder nicht bei rum. Tide zu hoch damit es schön läuft und zu kleines Brett für die ziemlich dicken Wellen, aber es hat trotzdem Bock gemacht und die Takeoffs waren ein bisschen scary (Adrenalin!) Vorher gönnten wir uns aber bei dem geilen Ausblick von den altbekannten „Bali Rocks“ bzw. eher „Buffalo“ Beach Bambus-Huts ein geilen Burger zum Mittag.


Am nächsten morgen überredete Luzi mich dann erstmal das Frühstück vom Hostel (was ab 7 anfängt) wahrzunehmen und ich änderte meinen Vorschlag um 7 Uhr in Balangan im Wasser zu sein. Im Endeffekt auch besser, da die Wellen erst später (mit ablaufendem Wasser) besser wurden. Balangan ist schon einer meiner Lieblingsstrände auf dem Bukit. Ein bisschen mehr ab vom Schuss als Uluwatu und einfach geile Wellen, wenn man zur richtigen Zeit da ist! Es liefen einfach großartige Wellen, die von der Größe her noch klar gingen für mich; ich war ganz froh, dass der angesagte fette Swell in Balangan ein bisschen kleiner ankam. Trotzdem hätte ich mir schon n bisschen größeres Brett gewünscht für die größeren Sets..

Luzi und Farshad haben ein paar Bilder geschossen und ne lecker Kokosnuss geschlürft, ich kam dann nach meiner langen (vom Point bis ungefähr zum Ende des Strandes ;) ) , gut großen Welle auch dazu und hab ne ganze Kokosnuss weggezogen! War ne geile Session!!

Traumwelle

Dann mussten wir auch schon fast wieder los, stellten uns aber vorher noch jeder ein Buffet-Menu im Warung um die Ecke zusammen, was sehr lecker war. Ein paar Stunden chillten wir dann noch in Kuta, bis Farshad dann los musste. Die Stimmung war ein bisschen gedrückt, Farshads Urlaub war vorbei und ich fands echt schade, dass er schon los musste, hatte ich mich doch gerade erst wieder daran gewöhnt an die abendlichen (aber notwendigen!) Pancakes nach dem Abendessen, die Kämpfe um das letzte Moskitospray bzw. Sonnencreme (obwohl die ja eigentlich nur Farshad nötig hat) und die gechillten BBC-Planet-Earth-Documentaries zum einschlafen. In einer herzzereißenden Verabschiedung (einer von uns sagte, er muss kurz pinkeln und kam nicht wieder) trennten wir uns dann etwas später voneinander. Zuletzt wurde Farshad in China am Flughafen gesehen. Man weiß nicht, ob er es bis nach Deutschland geschafft hat, aber es gibt Gerüchte, dass Air France ihn nicht auf dem Flug nach Frankreich dabei haben wollte.


Mit dem nächsten Tag fing dann der zweite Abschnitt meiner Reise an- nur noch Luzi und ich! Wir machten uns ran an die Planung und entschieden uns für 2 Tage Canggu und dann auf richtung West-Java! Gerade sind wir in unserem Bungalow in „Cimaja“- Luzi chillt im Moskitonetz und ich hab gerade die Finnen für morgen früh rangeschraubt. Mittlerweile ist es auch schon der 11.10. und wir haben wieder einiges an Reise hinter uns. Dazu dann aber im nächsten Bericht...

 

Lakey PIPE

Montag, 05.10.2015

Über den 03.10.15

Eigentlich wollten wir Freitag (02.10.15) zurück aus Sumbawa nach Bali fliegen, da für die nächsten Tage kleiner „Reise“-Swell angesagt war, aber wir hatten nicht damit gerechnet, dass es 2 Tage vorher keine Flüge mehr geben könnte. Eigentlich passte das zu unser Art zu reisen- kommste heut nicht, kommste morgen. Wir sahen es (nachdem wir nen halben Tag versucht hatten zu buchen) entspannt und stellten uns auf ein paar weitere Tage im ruhigen Lakey's ein. Mittlerweile waren wir ja in unsere neue Unterkunft umgezogen, die besser war als die vorige. Wir handelten nen extrem billigen Deal aus und kamen beide zusammen für 180.000 Rp. (knapp über 5 Euro p.P.) pro Nacht mit Frühstück und hatten ne kleine Terasse für uns. Außerdem hatten wir ein paar entspannte und mega nette Spanier aus Teneriffa als Nachbarn, die wir nach unserem Spruch, den wir mit Simon von Alvaro gelernt hatten, auch auf unserer Seite hatte.

„Has vista Carlos?“

„Que Carlos?“

„De los cojones largos“ … Oder so.. :D

Unsere Tage bestanden also aus um 6.00 Uhr morgens aufstehen, Frühstücken (immer bemüht doppeltes Frühstück abzuluchsen), lesen (da nun High Tide mittlerweile eher in Richtung mittags wanderte), surfen, bei „Mama“ für nen schmalen Taler nen dicken Teller Indo-Food zum Mittag snacken, abhängen, Kopieee trinken, surfen, Abendessen, obligater Gute-Nacht-Pancake, BBC-Planet-World-Documentaries gucken und dann aber auch um 21.00 ab ins Bett!

Insgesamt eine sehr entspannte Zeit, die manchmal fast zu entspannt wurde, als dann Donnerstag und Freitag echt kleine Wellen waren... Ich legte alles auf Samstag, unseren letzten Surftag, für den ab vormittags ein neuer, größerer Swell angesagt war. Aber wie immer ließen die Wellen auf sich warten. Wir waren dann vormittags ne gute Stunde bei „Lakey Pipe“ surfen, wobei es sehr wenige Wellen gab, und wenn dann realtiv klein und fat, also nichts aufregendes. Außerdem waren zwischen den Sets so lange Pause, dass nicht nur ich mir den Arsch abfror (in Boardshorts und T-Shirt), sondern sogar Farshad. Also paddelten wir bald rein und gönnten uns wieder Mittag bei „Mama“, die sich (auch schon in den letzten Tagen) gar nicht mehr über unsere Anwesenheit am Mittagstisch freute. Wahrscheinlich lag das aber auch daran, dass sie vielleicht anfangs nicht ahnte, wieviel auf so einen Teller raufpasste, den Farshad und ich uns immer zum fixen Preis von ihrem Buffet vollschaufelten. Im Gegensatz zu ihr freuten wir uns aber eigentlich trotzdem immer, wenn es endlich wieder Mittagessen bei Mama gab und lächelten fast so viel, wie wir aßen.

Ich war trotzdem ein wenig enttäuscht, da es schon der dritte Tag in Folge war, an dem die Bedingungen nicht so optimal (oder einfach zu klein) waren. Kurz nach dem Mittag kam dann eins der spanischen Mädels zu uns, die bis eben noch Lakey Pipe gesurft war. Sie erzählte uns, wie gut es auf einmal wurde: größere Sets, kein Wind mehr! Seit einer Woche gab es immer ab mittags Wind. Ich guckte zum Spot- und tatsächlich: kein Wind, glassy, große Sets und Barrels!! Farshad war im Chillmodus und blieb an Land; ich sah zu, dass ich mein Brett in die Hand bekam und paddelte mit vollem Magen ins Line-up. Dort waren schon 5-6 Leute, und es sollten auch noch 3-4 weitere kommen. Es waren die perfekten Bedingungen- mit einem Mal! Schöne Walls und nach dem Takeoff 2 Barrel-Sections. Das Wasser lief schon raus und es wurde langsam flacher auf dem Riff, aber wir hatten noch gute 2 Stunden.. Das war die eigentliche „Lakey Pipe“, wie der Spot im Surfguide steht. Ich sah ein paar von den Jungs, wie sie versuchten die 30, 40 Meter gebarrelt zu werden und fasste mir (nach ein paar Wellen auf der Outside) ein Herz und paddelte zur Inside, wo man sich entweder die Barrel abholen konnte, oder eben nen fetten Waschgang. Ein Engländer, den Farshad und ich vorher kennen gelernt hatten war mit draußen und ließ seiner Begeisterung über die geilen Wellen freien Lauf und freute sich übertrieben, wenn jemand ne gute Welle abbekommenb hatte. Und dann wars so weit. Ich war an der richtigen Stelle, paddelte an und machte nen schnellen Takeoff und schon war ich an der steilen Wand. Ich machte mich klein, stoppte mit der Hand etwas ab und hatte meine Barrel in der ersten Section. Die zweite Section wurde schneller und kritischer und katapultierte mich dann raus und ich flog ein paar Meter runter. Ich war extrem gepumpt, aber trotzdem fast etwas unzufrieden, weil ich nicht wirklich tief drin stand und nicht den kompletten Blick aus der Röhre hatte. Ich paddelte am Engländer vorbei, der meine Welle komplett von der Outside gesehen hatte, mich angrinste und kommentierte: „If I'd get one of those waves you've just had, my whole trip would be completet“. Ich war schon komplett happy, aber ich wollte zumindest nochmal richtig tief drinstehen und den perfekten Blick raushaben, jetzt wo die Bedingungen so gut waren und so wenige Leute surften.

Ich bekam meine zweite Chance und machte den Takeoff schon sehr tief. Schnell aufgestanden und vor mir war die Wand schon extrem steil! Ich machte so gut und schnell es ging Speed und zog direkt rein, und dann fing es auch schon an zu barreln. Im gleichen Augenblick war ich auch schon fast sicher, dass ich es nicht mehr rausschaffen würde, aber gab mein bestes Speed zu behalten. Da war mein Blick aus der Barrel! Wie im Bilderbuch und echt ein krasses Gefühl. Ein Stück fuhr ich drin (völlig euphorisiert) und dann krachte die Lippe über mir zusammen und es gab fetten Waschgang. Auf dem Riff war mittlerweile auch nicht mehr soo viel Wasser übrig, sodass ich beim „Gewaschenwerden“ zwischendurch mal mit dem Hintern auf dem Riff saß, aber zum Glück alles gut ging. Ein paar Kratzer an den Füßen, war alles, was ich mitnahm. Das war es wert.

Ich surfte dann noch ein wenig weiter, kleinere (aber immernoch richtig geile) Wellen, allerdings ohne Barrels, bis bald so gut wie alle verschwanden und ich beim surfen auf der letzten Welle sah, dass das Wasser noch knöcheltief war, was von der Welle weggesogen wurde. Also paddelte ich noch für ein Stündchen rüber zum überfüllten Lakey Peak, wo es so gut wie keine Wellen mehr für mich gab (30 Leute an einem Peak). Aber ich war sowieso schon mehr als zufrieden und habe definitiv Blut wieder einmal Blut geleckt für Barrels. Das ist echt noch einmal ein anderes surfen. Timing, Speed, Technik, Risiko und als Belohung den übertriebenen Adrenalinpush und ein krasses Gefühl, für das sich alles mehr als lohnt. Es gibt noch ne Menge zu lernen für mich in diesen Wellen, und es hat mich nur wieder heißer darauf gemacht noch viele von solchen perfekten Wellen auf der Reise zu finden.

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